Was ist Brustkrebs?

Unter Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, versteht man einen bösartigen Tumor der Brust.
Die gesunde weibliche Brustdrüse (Mamma) besteht aus Drüsengewebe, Fett und Bindegewebe. Das Drüsengewebe ist aus Drüsenläppchen (Lobuli) aufgebaut. Sie produzieren die Muttermilch und münden in kleine Kanäle (Ductus). Die Kanäle verbinden sich zu großen Ausgängen und führen zur BrustwarzeDie Brustkrebshäufigkeit hat in den letzten Jahren zugenommen. Brustkrebs kommt in allen Altersgruppen vor. Vor dem 30. Lebensjahr ist er allerdings sehr selten. Ungefähr ein Viertel der Brustkrebserkrankungen tritt vor dem 50. Lebensjahr auf, die Hälfte zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr und der restliche Teil bei Frauen, die älter als 70 Jahre sind. Brustkrebs kann in sehr seltenen Fällen auch bei Männern entstehen. Bei betroffenen Männern können Veränderungen auf einem bestimmten Gen dafür verantwortlich sein.


Wie entsteht Brustkrebs?

Die eigentliche Ursache für Brustkrebs ist unbekannt. Neuere Forschungen haben inzwischen eine erbliche Veranlagung durch eine Chromosomenschädigung (Chromosom 17 oder 13) entdeckt, die allerdings nur für einen kleineren Teil der Brustkrebsfälle verantwortlich ist (maximal fünf bis zehn Prozent aller Fälle). Möglicherweise spielen Umweltschadstoffe, Ernährung oder Strahlung eine Rolle. Die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) begünstigen das Wachstum gewisser Brustkrebstypen. Dass Östrogene Brustkrebs auslösen können, wird von Experten für sehr unwahrscheinlich gehalten.

Man hat eine Reihe so genannter Risikofaktoren entdeckt, die allein oder kombiniert das Brustkrebsrisiko deutlich erhöhen:

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Die Gefahr, zu erkranken, steigt mit dem Alter.

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Hat der Brustkrebs eine Seite befallen, erhöht sich das Risiko, dass später auch die andere Brust befallen wird.

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Fälle von Brustkrebs bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Schwester): Hier ist das Risiko selbst an Brustkrebs zu erkranken um das zwei- bis dreifache erhöht.

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Früher Beginn der Menstruation in der Jugend oder vergleichsweise späte Wechseljahre erhöhen das Brustkrebsrisiko.

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Frauen, die bei der Geburt ihres ersten Kindes älter als 30 Jahre alt waren, sind häufiger betroffen.

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Das Risiko erhöht sich für Frauen, die keine Kinder geboren haben (Nullipara). Frauen, die geboren haben, haben ein geringeres Risiko für Mammakarzinom. Das Risiko wird um so geringer, je länger die Stillzeit insgesamt war. Frauen, die länger als 24 Monate gestillt haben, weisen im Vergleich zu Frauen, die nur ein bis sechs Monate gestillt haben, ein vermindertes relatives Risiko für Mammakarzinom auf. Das heißt: Je länger eine Frau stillt, desto geringer ist ihr Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken.

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Eine fortgeschrittene Mastopathie (Knötchen- oder Zystenbildung an den Brüsten mit Entstehung so genannter atypischer Zellen) erhöht das Brustkrebsrisiko.


Welche Symptome treten bei Brustkrebs auf?

In den meisten Fällen ertastet die Frau bei der Selbstuntersuchung einen Knoten in der Brust:

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Der Knoten ist meist nicht schmerzhaft.

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In der Regel sind auch keine anderen Symptome vorhanden.

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Falls Sie bei sich einen Knoten in der Brust entdecken, sollten Sie unverzüglich zum Arzt gehen. Seien Sie aber nicht sofort beunruhigt. In vielen Fällen handelt es sich bei den tastbaren Knoten um gutartige Veränderungen.

Andere mögliche Anzeichen von Brustkrebs sind z.B.:

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Neu aufgetretener Größenunterschied der Brüste

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In Bezug auf die Haut kann ein Ausschlag an der Brustwarze, eine schwache Faltenbildung, Einziehungen in der Haut oder so genannte Orangenhaut in der Brustregion ein auffälliges Symptom sein.

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Beginnende Einsenkung der Brustwarze

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Austritt von Flüssigkeit aus der Brustwarze (insbesondere, wenn das Sekret blutig ist und nur aus einer Brustwarze austritt)

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Entzündung oder Rötung der Brustwarze bei nicht stillenden Frauen

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Vergrößerte Lymphdrüsen in den Achseln

Solche Symptome sollten Sie ebenfalls unverzüglich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abklären lassen. Auch hier gilt: Für die genannten Anzeichen gibt es außer Brustkrebs noch andere mögliche Ursachen.


Wie diagnostiziert der Arzt Brustkrebs?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird zunächst die Krankengeschichte erfragen (Anamnese) und dabei beispielsweise Folgendes abklären:

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Bestanden schon früher Erkrankungen der Brust?

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Sind Fälle von Brustkrebs in der Familie bekannt?

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Steht der ertastete Knoten in Verbindung zum Menstruationszyklus?

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Werden Sie derzeit mit Hormonen behandelt?

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Besteht eine Schwangerschaft?

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Könnte ein Stoß, Schlag oder eine andere Verletzung den Knoten verursacht haben?

Danach wird die Brust auf sichtbare Veränderungen untersucht und abgetastet. Wichtig ist, dass Sie beide Brüste regelmäßig, einmal im Monat, selbst abtasten. Denn dadurch fallen eventuelle Veränderungen am schnellsten auf.

Die wichtigste apparative Untersuchungsmethode bei unklaren Veränderungen der Brust ist die Mammographie. Ergänzend kann auch eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt werden. Seltener wird die Kernspin-Tomographie zur Diagnose herangezogen.

In der Regel wird auch eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Denn mit bildgebenden Verfahren alleine kann nur ein Verdacht auf Brustkrebs geäußert werden. Mit einer Biopsie kann letztlich sicher festgestellt werden, ob es sich um einen gutartigen Tumor oder um Brustkrebs handelt.

Was können Sie selbst tun?

Regelmäßige monatliche Selbstuntersuchungen und regelmäßige gynäkologische Vorsorge-Untersuchungen helfen, eventuelle Veränderungen rechtzeitig festzustellen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen ab dem 30. Lebensjahr für jede Frau jährlich eine Früherkennungsuntersuchung der Brust. In der klinischen Untersuchung tastet der Arzt Brust und Achselhöhle nach knotigen Veränderungen ab.

Wichtig ist, dass Sie bei tastbaren Veränderungen der Brust oder oben genannten Anzeichen so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, dass Brustkrebs so früh wie möglich entdeckt wird, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und möglichst gute Heilungsaussichten zu erzielen.


Prognose und Komplikationen

Ob eine Brustkrebserkrankung geheilt werden kann, ist vom Krankheitsstadium zum Diagnosezeitpunkt abhängig. Je früher die Krankheit entdeckt wird, umso höher ist auch die Heilungschance.