Endometriose

Ein oft unerkanntes Frauenleiden

Haben Sie starke Regelkrämpfe? Gelegentlich bis zum Kollaps? Treten Schmerzen beim Verkehr auf? Erhielten Sie bisher lediglich Schmerztabletten? Sind Ihre Beschwerden belächelt worden? Hat man Ihnen gesagt, daß eine Regelblutung eben weh tut?

Dann könnte das eine Endometriose sein!

 
  laparoskopische Bild einer Endometriosecyste Ultraschallbild einer Endometriosecyste

Die Endometriose ist eine chronische, häufig fortschreitende Erkrankung, bei der sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe meist im Unterbauch ansiedelt. Die Endometrioseherde werden von den Hormonen des Monatszyklus beeinflußt, sodaß sie wie die normale Gebärmutterschleimhaut wachsen und bluten. Betroffen sind etwa 10-15 % aller Frauen. Außerdem ist sie eine der häufigsten Ursachen der weiblichen Unfruchtbarkeit (30-40%),sowie ein Risikofaktor für die Entwicklung eines Eierstock-Krebses (1,9 – 4,2%).

Die Entstehungsursache der Endometriose ist nicht gesichert.

Der Verdacht auf das Vorliegen einer Endometriose ergibt sich aus einer genauen Befragung der Patientin, sowie einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung.

Typische Beschwerden sind

bulletKreuz- und Bauchschmerzen vor und während der Regelblutung,
bulletstarke und unregelmäßige Blutungen,
bulletSchmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr,
bulletSchmerzen bei der gynäkologischen Untersuchung,
bulletBlasen- und Darmkrämpfe, insbesondere während der Regelblutung.


Wenn der Verdacht auf eine Endometriose ausgesprochen wird, sollte dieser mit einer Bauchspiegelung mit der Entnahme von Proben bestätigt werden.
 

Zur Behandlung der Endometriose läßt sich sagen, daß sie meist nur unzureichend mit Schmerzmitteln durchgeführt wird. Teilweise werden auch Hormontherapien mit starken Nebenwirkungen (künstlicher Wechsel - und alle damit verbundenen Beschwerden) durchgeführt. Diese führen zwar zu einer vorübergehenden Besserung, doch nach dem Ende der Therapie treten die bekannten Beschwerden wieder auf.
Die sicherlich beste Methode zur Behandlung der Endometriose stellt die Bauchspiegelung dar. Schon bei der Diagnosesicherung und Probenentnahme werden dabei alle sichtbaren Endometrioseherde entfernt und gleichzeitig auch die Situation der Eierstöcke und der Eileiter kontrolliert, wenn notwendig, korrigiert. Häufig ist danach eine weitere Therapie nicht mehr notwendig. Sollte bei der Patientin aktuell kein Kinderwunsch bestehen, kann zu einer schonenden Nachbehandlung eine gelbkörperhormonbetonte Pille verordnet werden. Bei Wunsch nach längerfristiger Verhütung können auch Hormonspirale oder Implantat (beide mit Gelbkörperhormon) eingesetzt werden. Diese Behandlungen können nach einer Operation ein Wiederauftreten der Endometriose verhindern, oder zumindest den Zeitpunkt neuerlich auftretender Beschwerden hinauszögern. Nach einer operativen Behandlung der Endometriose steigt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft deutlich an. In der Schwangerschaft selbst kommt es zu keinem Fortschreiten der Endometriose und es treten keine Endometriosebeschwerden auf.

Insgesamt sollte keine Frau die beschriebenen Beschwerden einfach hinnehmen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie kann schwere Verläufe zum Großteil verhindern und vielen Patientinnen Beschwerdefreiheit und Kindersegen bringen.