Gynäkologische Untersuchung

Was ist eine gynäkologische Untersuchung?

Die gynäkologische, also frauenärztliche Untersuchung ist sowohl eine Vorsorge- als auch eine Kontrolluntersuchung. Sie ist wichtig zur Früherkennung von Erkrankungen wie z.B. Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. Die Vorsorge-Untersuchung sollte ab dem 18. Lebensjahr einmal jährlich erfolgen.

Wozu dient die gynäkologische Untersuchung?

Der Gynäkologe informiert sich über Folgendes:

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Vorerkrankungen der Frau

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Familiäres Auftreten bestimmter Erkrankungen wie Krebs, Herzerkrankungen und Stoffwechsel-Erkrankungen

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Regelanamnese, also den Zeitpunkt der letzten Regelblutung, den Zeitabstand zwischen zwei Regelblutungen, das Ausbleiben der Regelblutung und den Beginn der Wechseljahre

bulletAktuelle Beschwerden wie z.B. Periodenschmerzen, Zwischenblutungen, Schmerzen im Unterleib oder ungewöhnlichen Ausfluss
bulletVerhütung
bullet Medikamenten-Einnahme
bulletSexuelle Probleme in der Partnerschaft

Vor allem junge Mädchen sollten aus folgenden Gründen zum Frauenarzt gehen:

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Um ein Beratungsgespräch mit oder auch ohne frauenärztliche Untersuchung zu führen

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Vor dem ersten Geschlechtsverkehr, um sich über die Verhütung zu informieren

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Wenn der Wunsch nach Einnahme der Pille besteht

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Wenn bis zum 15. Lebensjahr noch keine Regelblutung eingesetzt hat

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Wenn gesundheitliche Beschwerden auftreten


Wie verläuft die gynäkologische Untersuchung?

Am Beginn jeder frauenärztlichen Untersuchung steht ein ausführliches Gespräch. Erst dann erfolgt die eigentliche Untersuchung, und anschließend werden die Untersuchungs-Ergebnisse und gegebenenfalls die Behandlung besprochen.

Die Untersuchung an sich wird auf dem gynäkologischen Stuhl durchgeführt. Dieser ermöglicht eine optimale Betrachtung und Untersuchung der Geschlechtsorgane. Mit dem Spekulum, einem röhrenförmigen Instrument, entfaltet der Arzt die eng aneinander liegenden Scheidenwände. Durch diese schmerzlose Maßnahme sind die Scheide und der Muttermund am Gebärmutterhals gut einzusehen. Aus der Scheide entnimmt der Arzt dann Scheidensekret und untersucht es unter dem Mikroskop auf Infektionszeichen. Vom Gebärmutterhals entnimmt er mit einem Holzspatel einen Zellabstrich, um ihn anschließend in einem Labor auf auf entartete Zellen untersuchen zu lassen.

Zuweilen betrachtet der Arzt außerdem den Muttermund mit einem Kolposkop, einem Untersuchungs-Mikroskop mit sechs- bis 40-facher Vergrößerung. Dadurch kann er krankhafte Veränderungen an der Scheidenhaut und der Oberfläche des Muttermundes entdecken und gegebenenfalls gleichzeitig Gewebeproben (Biopsien) entnehmen.

Anschließend beurteilt der Arzt die inneren Geschlechtsorgane, indem er sie mit zwei Fingern der einen Hand ertastet und sie mit der anderen Hand auf der Bauchdecke zur Scheide hin drückt. Dabei untersucht er Lage, Größe und Form von Gebärmutter und Eierstöcken.

Durch eine zusätzliche Untersuchung über den Enddarm, die rekto-vaginale Untersuchung, lassen sich der Halteapparat der Gebärmutter und die Beckenwand besonders gut beurteilen. Bei verdächtigen Befunden kann eine Ultraschall-Untersuchung angeschlossen werden.

 
 
Ultraschallbild eines
Endometriumpolyps
Ultraschallbild einer
     Eierstockcyste

Diese wird in der Regel als Vaginal-Ultraschall durchgeführt. Dabei führt der Arzt einen dünnen Ultraschallkopf in die Scheide ein. Auf diese Weise können Gebärmutter und Eierstöcke sehr gut betrachtet werden.

Anschließend untersucht er beide Brüste auf Verhärtungen, Knoten, Sekret oder sonstige Auffälligkeiten.

Die regelmäßige Brustuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebs-Früherkennung.

Deshalb ist es auch wichtig, dass Frauen ihre Brüste selbst regelmäßig untersuchen.